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Projekt "Hermann Weinsberg - digitale Edition"

2002 - 2007 (abgeschlossen) DFG-Projekt "Digitale Erfassung sowie historische und sprachgeschichtliche Auswertung der autobiographischen Aufzeichnungen des Kölner Bürgers Hermann Weinsberg (1518 - 1597)"


weinsberg projektbild Der Kölner Bürger Hermann Weinsberg hat umfangreiche Aufzeichnungen über seine Lebensumstände, seine Familie und die Ereignisse seiner Zeit hinterlassen. Als Sproß einer bergischen Kleinbauernfamilie war seinem Großvater in der Stadt der soziale Aufstieg bis zum Ratsherren gelungen. Hermanns Vater betätigte sich als Weinhändler, Bierbrauer und Tuchhändler und ermöglichte ihm das Studium der Rechtswissenschaften. Diese Bildung und sein Dasein als Rentier ermöglichten es ihm, große Teile seiner zweiten Lebenshälfte dem Schreiben zu widmen. Mit großer Leidenschaft verfasste er auf fast 2000 Seiten eine Chronik seiner Zeit, gedacht als Familiengeschichte und Leitfaden für seinen Nachfolger in der Position des Hausvorstands. Diese zentrale Quelle für die Geschichte der Stadt Köln und ihre Umgebung in der frühen Neuzeit, "in ihrer Art das bedeutendste Beispiel bürgerlicher Chronistik des 16. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum" (W. Herborn), zugleich eines der frühesten sog. "Egodokumente" überhaupt und Zeugnis für die gemeinsprachliche Modernisierung der rheinisch-kölnischen Schriftlichkeit in dieser Zeit, ist bisher in einer fünfbändigen Auswahlpublikation zugänglich, die weite Teile des Originaltextes auslässt: Das Buch Weinsberg. Kölner Denkwürdigkeiten aus dem 16. Jahrhundert, 1 und 2 bearb. von Konstantin Höhlbaum, Leipzig 1886-87 (Publ. der Ges. für Rhein. Geschichtskunde 3-4), 3 und 4 bearb. von Friedrich Lau, Bonn 1897-98, 5 bearb. von Josef Stein, Bonn 1926 (Publ. der Ges. für Rhein. Geschichtskunde 16), ND Düsseldorf 2000.

Dieses interdisziplinäre Projekt wurde von den Abteilungen Rheinische Landesgeschichte und Rheinische Sprachforschung des damaligen Instituts für geschichtliche Landeskunde durchgeführt. Die Arbeitsgruppe bildeten: Prof. Dr. Manfred Groten, Dr. Wolfgang Herborn, Dr. Walter Hoffmann, Prof. Dr. Thomas Klein, Dr. Robert Möller, Tobias Wulf und studentische Hilfskräfte.

Wissenschaftlicher Sprecher: Prof. Dr. Manfred Groten

 
 
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