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Laufende Dissertationen

 

 

 

DIETER BONGARTZ

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Dissertationsthema: Das Wehrwesen der rheinischen Städte in der frühen Neuzeit.

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Seit jeher stellten Städte Machtfaktoren von enormer wirtschaftlicher, politischer und militärstrategischer Bedeutung dar. Daraus ergab sich für die Stadtherren sowie die städtischen Gemeinden zu jeder Zeit die Notwendigkeit auch Schutz und Wehrhaftigkeit ihrer Städte zu gewährleisten. Seit der Antike waren bauliche Verteidigungsanlagen wie Erdwälle, Palisaden, Mauern und seit der Frühen Neuzeit immer komplexere Festungswerke ein Garant für Sicherheit. Doch bedurften alle passiven Abwehrmaßnahmen stets einer aktiven wohl organisierten Besatzung, die im Bezug auf Ausrüstung und Ausbildung den Anforderungen einer sich ständig verändernden Kriegsführung Rechnung tragen musste. Ziel dieses Dissertationsprojektes soll es sein, am Beispiel ausgewählter rheinischer Städte wie Köln, Bonn und Siegburg Strukturen sowie Funktion des Wehrwesens, die sich aus den spezifischen geografischen, ökonomischen oder politischen Ansprüchen der einzelnen Städte ergaben, darzulegen, Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herauszustellen und Wandlungen über den vorgegebenen Zeitraum zu beobachten und zu erklären. In diesem Rahmen werden auch Fragen nach der Größe städtischer Aufgebote, ihrer Finanzierung und nicht zuletzt nach der zunehmenden Professionalisierung des städtischen Militärwesens durch Soldtruppen und Stadtsoldaten in der Frühen Neuzeit gestellt werden. Die Arbeit möchte zudem den Versuch unternehmen, die im Zuge der Analyse gewonnenen Erkenntnisse zur ökonomischen und gesellschaftlichen Stellung der Bürgermilizen in ihren sozialgeschichtlichen Kontext einzuordnen.

 

JANUSCH CARL M.A.

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Dissertationsthema: Die Kölner Geschlechter im 14. und frühen 15. Jahrhundert

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Im 14. Jahrhundert befanden sich die Kölner Geschlechter auf dem Höhepunkt ihrer politischen Macht. Nach dem Sieg der Bürger Kölns über Erzbischof Siegfried von Westerburg in der Schlacht von Worringen 1288 konnten die führenden Familien ihre Macht im 14. Jahrhundert voll entfalten. Der politische Aspekt des Geschehens in dieser Zeit ist in der Forschung bereits umfassend behandelt worden. Doch was spielte sich auf der sozialen, wirtschaftlichen und religiösen Ebene innerhalb der führenden Familien ab? Besonders diese Bereiche werden in der Arbeit vor dem politischen Hintergrund betrachtet. Der Untersuchungszeitraum wurde auf das frühe 15. Jahrhundert ausgedehnt, um die Auswirkungen der Revolution von 1396 und damit des Endes der Geschlechterherrschaft, erfassen zu können. Aufgrund des umfangreichen Quellen- und Literatur-Bestandes ist eine Untersuchung aller Kölner Geschlechter nicht möglich. Daher soll voraussichtlich die Entwicklung der Familien Gir, Hardevust, von Lyskirchen und Scherfgin als beispielhafte Vertreter der Führungsschicht ermittelt werden.

 

Publikationen:

  • (mit Andreas Rutz): Bits und Bytes statt Pergament und Papier? Das digitale Historische Archiv Köln und die Zukunft des Kölner Stadtarchivs im Web 2.0. In: Archivar. Zeitschrift für Archivwesen 65 (2012), S. 143-153.
  • Artikel "Stra(e)len, von, Kölner Kaufmannsfamilie", in: NDB 25, Berlin 2013, S. 468f.

 

FRANK ENGEL M.A.

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Dissertationsthema: Das Kölner Domkapitel in der Zeit Erzbischof Dietrichs von Moers (1414-1463)

Kurzbeschreibung des Vorhabens: In der Regierungszeit Erzbischof Dietrichs von Moers (1414-1463) veränderte sich die Position des Kölner Domkapitels gegenüber dem Kurfürsten und Erzbischof in grundsätzlicher Weise: Es wechselte von der Seite der "Herrschaft" auf die des "Landes", tauschte gleichsam die Rolle eines Teilhabers an der erzbischöflichen Regierungsgewalt gegen die des ersten Landstandes im Erzstift ein. Mit der 1463, nach dem Tode Erzbischof Dietrichs, von den Landständen des rheinischen Erzstiftes einschließlich des Domkapitels geschlossenen Erblandesvereinigung erhielt das Kurfürstentum Köln seine wichtigste, bis zum Ende des Ancien Régime gültige Verfassungsurkunde. Während die Positionierung des Domkapitels zwischen dem Erzbischof und den weltlichen Landständen in ihren einzelnen Phasen mittlerweile als gut erforscht gelten kann, ist über die "auswärtigen", die Territorialgrenzen überschreitenden Beziehungen des Kapitels und über sein Verhältnis zum Diözesanklerus bisher recht wenig bekannt. Dies gilt für das Domkapitel als Korporation wie für die einzelnen Domherren. Wilhelm Kisky hat bereits 1906 eine Aufstellung über den Personalbestand des Kapitels im 14. und 15. Jh. vorgelegt, die den größeren Teil der Domkanoniker in der Zeit Erzbischof Dietrichs erfassen dürfte. Das Dissertationsprojekt soll diese Personenliste vervollständigen, v. a. aber die von Kisky gebotenen, knappen biographischen Informationen zu möglichst detaillierten Kurzbiographien ausarbeiten: Welche persönlichen Beziehungen hatten die einzelnen Domherren des Untersuchungszeitraums untereinander, zu Erzbischof Dietrich, zu extraterritorialen politischen Potenzen? Wie wirkte sich dabei - dies gilt natürlich besonders für die hochadligen Edelkanoniker - ihr familiärer Hintergrund aus? Wo lag ihr Lebensmittelpunkt, im Umkreis des Kölner Domes, bei einem anderen Kollegiatstift der Erzdiözese oder außerhalb der Bistumsgrenzen? Wie standen die Kölner Domherren zu den geistigen und geistlichen Zeitströmungen, insbesondere zu Konziliarismus und Klosterreform? Die Beantwortung dieser Fragen soll dazu beitragen, die innere Verfassung des Domkapitels - hauptsächlich im Sinne von "Verfassungswirklichkeit" - besser zu verstehen. Auch auf die Beziehungen der Korporation Domkapitel zum übrigen Diözesanklerus und zum Kurfürst-Erzbischof wird von dorther, eben durch die Untersuchung ihrer personellen Rahmenbedingungen, zusätzliches Licht fallen.

 

Publikationen (Auswahl):

  • Kölner Domherren als Mitarbeiter Erzbischof Friedrichs III. von Saarwerden (1370-1414), in: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 77 (2006), S. 7-52.
  • Rezension zu: Heinz Dieter Heimann, Die Soester Fehde. Geschichte einer erstrittenen Stadtfreiheit, Soest 2003, in: ebd., S. 177-180.
  • Zwischen Köln und Kleve - das Xantener Viktorstift in der Münsterischen Stiftsfehde (1450-1457) (Xantener Vorträge zur Geschichte des Niederrheins 49), Duisburg/Essen 2007.
  • Die Kölner Kirche und das Konzil von Pisa (1409), in: Andreas Rutz/Tobias Wulf (Hgg): O felix Agrippina nobilis Romanorum Colonia. Neue Studien zur Kölner Geschichte - Festschrift für Manfred Groten zum 60. Geburtstag (Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins 48), Köln 2009, S. 33-55.

 

MARKUS ERDMANN M.A.

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Dissertationsthema: Die kurkölnische Stadt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Von Rheinberg im Norden über Uerdingen, Neuss, Bonn, die Städte der Voreifel, Andernach und der Exklave Rhens im Süden bildeten die 17 Städte Kurkölns in der Frühen Neuzeit eine sehr heterogene Städtelandschaft. Sie unterschieden sich in Typ, Größe und politischer Verfasstheit; so lassen sich agrarisch geprägte Kleinstädte, Mittelstädte als Handelszentren von überregionaler Bedeutung ebenso wie Residenzstädte finden, die sich alle durch eine spezifisch historische Entwicklung auszeichneten. Unter diesen Voraussetzungen bildeten sich innerhalb der Stadtgesellschaften soziale Formationen, deren Wandel und Beständigkeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts untersucht werden sollen. Das Augenmerk soll hierbei auf den in den Quellen gut fassbaren Zünften – die weit mehr waren als bloße wirtschaftliche Interessenvertretungen - und den politischen und gesellschaftlichen Eliten liegen. Die genannten sozialen Formationen sahen sich im Ausklang der frühen Neuzeit neuen Herausforderungen ausgesetzt – an dieser Stelle seien nur Begriffe wie obrigkeitsstaatliche Tendenzen, aufklärerische Ideen, neue Wirtschaftsmodelle oder politische Parteienbildungen genannt –, deren Wirkungen sowohl im stillen Wandel als auch in lauten Tumulten erfolgen konnten. Als weitere soziale Formation erschien in dieser Zeit die von altständischen Vorstellungen weitgehend losgelöste Bürgerlichkeit auf der Bildfläche. Sie stellte mit ihrem Selbstverständnis und ihren neuen Organisationsformen eine weitere Herausforderung für die älteren sozialen Formationen dar.
Ausgehend von der Untersuchung und dem Vergleich sozialer Formationen in den einzelnen kurkölnischen Städten soll ein differenzierteres Bild von Stadtgesellschaften und der sozialen Umwelt ihrer Mitglieder am Ende des Ancien Régime gezeichnet werden.

 

MICHAEL GROULS M.A.

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Dissertationsthema: Die Bonner Pfarreien im 19. Jahrhundert

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Das 19. Jahrhundert war für die katholische Kirche in Bonn eine bewegte Epoche: Der Streit um die Schriften des Bonner Theologieprofessors Georg Hermes, der zusammen mit dem sog. Mischehenstreit zu den Kölner Wirren im Jahr 1837 führte, die Revolution von 1848, die Opposition gegen das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes von 1870 an der katholisch Theologischen Fakultät und der Kulturkampf. An diesen Konflikten zeigt sich das angespannte Verhältnis zwischen Staat und Kirche. Ziel der Dissertation soll es sein, zum einen die Sozialstruktur der pfarrlichen Gremien – Kirchenvorstand und Kirchliche Gemeindevertretung –, Bruderschaften und kirchlichen Vereine zu untersuchen. Dabei soll auch ein mögliches Netzwerk zwischen den Pfarreien und der Stadt herausgearbeitet werden, das sich etwa daran zeigen könnte, dass Mitglieder dieser Gremien gleichzeitig Stadtverordnete waren. Zum anderen soll eruiert werden, welche Rolle die genannten kirchlichen Gruppierungen in den oben aufgezählten Konflikten spielten und welchen Einfluss sie auf die politische Meinung der Pfarrangehörigen ausübten. Das Augenmerk auf der Haltung der Pfarrer und Kapläne. Weitere Punkte, die es zu untersuchen gilt, sind das Armenwesen und die staatliche Schulaufsicht, die bis zum Kulturkampf auch von katholischen Geistlichen ausgeübt wurde. Daran wird auch die damalige Bedeutung der Kirche in Staat und Gesellschaft deutlich. Nicht zuletzt beim Bau einer neuen Kirche resp. bei der Gründung einer neuen Pfarrei zeigt sich, wie Kirche und Stadt zueinander stehen und welche Rolle Netzwerke zwischen beiden dabei spielen. Dies soll am Bau der Kirche und der Gründung der Rektoratsgemeinde St. Marien – ein Prozess der sich von 1883 bis 1896 hinzog – gezeigt werden. Den zeitlichen Rahmen für die Arbeit bilden der Beginn der preußischen Herrschaft und das Ende des Kulturkampfs. Bonn wird in seinen Grenzen des 19. Jahrhundert verstanden. Zudem sollen nur die urbanen Pfarreien – St. Martin, St. Remigius und St. Petrus und Johannes - Gegenstand der Untersuchung sein. Für das Thema gibt es eine breite Quellenbasis. Es stehen in den jeweiligen Pfarrarchiven u. a. die Protokolle und Wahlakten der Kirchenvorstände zur Verfügung, im Historischen Archiv des Erzbistums die Generalvikariatsakten, die eine Dichte Überlieferung mit nur geringen Kriegsverlusten und Beschädigungen aufweisen. Für die Rolle der Mitglieder kirchlicher Gruppierungen in der städtischen Politik können Bestände des Bonner Stadtarchivs herangezogen werden.

 

Publikationen:

  • (mit Wilfried Schneider): Katholische Kirche St. Peter, Bonn-Lengsdorf. Kirchenführer, Bonn 2010.

 

GREGOR HECKER

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Dissertationsthema: Die Jülichsche Ritterschaft im 15. Jahrhundert

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Das Herzogtum Jülich wurde im Spätmittelalter – wie alle Territorien des Alten Reiches – vom Landesherrn gemeinsam mit Landständen regiert. In Jülich handelte es sich dabei um Städte und Ritterschaft. Die Ursprünge dieser landständischen Mitwirkung liegen im 14. Jahrhundert; aus diesem Zeitraum sind regelmäßig Fälle bekannt, in denen Gruppen aus Rittern und städtischen Vertretern dem Landesherrn in Fragen der Regierung gegenübertraten.
Die Jülichsche Ritterschaft lässt sich seit der Mitte des 16. Jahrhunderts quellenmäßig sehr gut erfassen, beispielsweise geben Ritterzettel darüber Auskunft, wer Mitglied der Ritterschaft und landtagsfähig war. Problematisch erscheint jedoch, dass die ältere Forschung diese ausdifferenzierte landständische Verfassung der frühen Neuzeit kurzerhand auf das Spätmittelalter projiziert hat, wobei der Zeitraum vor dem 16. Jahrhundert selber unerforscht geblieben ist. Außerdem führte die ältere Adelsforschung oftmals nachmittelalterliche Dienst- und Besitzverhältnisse auf vermeintlich mittelalterliche Ursprünge zurück, die in dieser Form oftmals nicht haltbar sind.
Die Entwicklung der Jülichschen Ritterschaft zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert, also von einer losen Gruppierung hin zu einem verfassten landständischen Organ, ist bislang ein Desiderat der Forschung und gleichzeitig der Ansatzpunkt des Dissertationsprojektes.
Der Begriff „Ritterschaft“ erscheint erstmals 1423 in den Jülicher Quellen und taucht anschließend regelmäßig auf. Es gilt also zunächst festzustellen, wer nach Maßgabe der zeitgenössischen Quellen Teil der Ritterschaft war und woran sich diese Mitgliedschaft festmachen lässt. Anschließend wird diese definierte Personengruppe im Rahmen einer Gruppenbiographie untersucht. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk auf der Frage, wie sich die Ritterschaft selbst organisierte, welchen Anteil am landesherrlichen Regiment sie hatte und zu welchen Diensten sie vom Landesherrn herangezogen werden konnte.
 

 

DOROTHEE HERBERT

E-Mail: d.herbert[at]gmx.de

Dissertationsthema: Vorrats- und Versorgungswirtschaft auf den preußischen Deutschordensburgen (1375-1450)

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Zentrale Fragestellung dieser Arbeit ist die Versorgung 18 preußischer Deutschordensburgen mit Lebensmitteln und Vieh. Dabei müssen Eigenwirtschaft, Ankauf und Abgaben als Ressourcen unterschieden werden. Weiterhin stellen sich Fragen der prozessualen und quantitativen sowie qualitativen Entwicklung von Vorratshaltung und Ernährung. Die Untersuchung des Einflusses der geographischen Lage sowie der politischen und militärischen Bedeutung der jeweiligen Burg spielen dabei eine wichtige Rolle. Neben Inventaren bilden Handels- und Amtsrechnungen, Briefe und zahlreiche Zeugnisse aus der Verwaltungstätigkeit des Deutschen Ordens in Preußen die Hauptquellen der Untersuchung.

 

JOCHEN HERMEL M.A.

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Dissertationsthema: Integration, Fremdheit und Ausgrenzung in Köln im 17. Jahrhundert. Lebensformen in einer frühneuzeitlichen Stadt.

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Der Stadtbevölkerung wird durch die Akzeptanz des übergeordneten Magistrats eine grundsätzliche Homogenität unterstellt, auch wenn in zahlreichen Arbeiten zur frühneuzeitlichen Stadtgeschichte einzelne Gruppen untersucht werden, die dem traditionellen Bild einer in sich geschlossenen Stadtbevölkerung widersprechen. Diese Arbeit untersucht die einzelnen Schichten der Einwohnerschaft Kölns sowohl auf ihre Gemeinsamkeiten, aber auch auf ihre Gegensätze. Dabei stehen nicht nur die durch das komplexe Bürgerrechtssystem definierten Gruppen, wie Bürger, Beigeschworene, „geborene“ oder „gegoltene Bürger" im Fokus, sondern werden auch den im Verborgenen agierenden Gruppe der reformierten Gemeinden gegenübergestellt, deren Anwesenheit es nach Ratsmeinung gar nicht in Köln existierten. Mit dem 17. Jahrhundert wird die Stadt Köln zu einer Zeit beobachtet, in der die Stadt wieder zunehmend als Schutzraum wahrgenommen wurde, weil es gerade der Stadt Köln gelang, sich mit Diplomatie und Geld den direkten Kampfhandlungen des Dreissigjährigen Krieges zu entziehen.

 

www.clio-online.de/forscherinnen=3907

 

 

TOBIAS LINGEN

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Dissertationsthema: Kuno von Falkenstein, Erzbischof von Trier (gest. 1388)

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Im 14. Jahrhundert läßt sich im gesamten deutschen Reich ein signifikanter Wandel fürstlicher Herrschaft beobachten, der letztlich noch nicht hinreichend erforscht ist. Unter anderem können hier als Aspekte neben der Zentralisierung und Intensivierung lokaler und territorialer Herrschaft bzw. Verwaltung auch die zunehmende Verwendung des Geldes als politisches Mittel, sowie die teils neue Ausgestaltung des Beziehungsgeflechtes von Herrschern und Beherrschten genannt werden. Weil diese Veränderungen, die dem Historiker im 14. Jahrhundert begegnen, aufgrund ihrer engen Verknüpfung miteinander jedoch nicht sinnvoll isoliert betrachtet werden können, müssen zunächst verallgemeinerungsfähige Aussagen extrahiert werden. Der Trierer Erzbischof Kuno von Falkenstein erscheint für eine dementsprechende exemplarische Studie besonders lohnenswert, weil mittels Anwendung der biografischen Methode wertvolle Einsichten aus dieser Zeit gewonnen werden können, die zwar von der Individualität einer konkreten Einzelperson ausgehen, zusammen mit anderen Studien letztlich aber zur differenzierenden Typenbildung führen könnten. Kuno von Falkenstein, der seit 1362 als Trierer Erzbischof mehr als ein Vierteljahrhundert in Reichs-, Kirchen- und Territorialpolitik agierte, ist sicherlich eine der interessantesten Persönlichkeiten des Spätmittelalters, weil er in dem Ruf steht, die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen seiner Zeit wie kaum ein anderer erspürt und erfolgreich umgesetzt zu haben. Darüber hinaus bedingt seine lange Amtszeit, die durch weitreichende Ereignisse wie beispielsweise der Goldenen Bulle Karls IV. oder das Eintreten des Großen Abendländischen Schismas nachhaltig geprägt wurde, besondere Rahmenbedingungen und Erfordernisse für Kunos politischen, wirtschaftlichen und geistlichen Handlungsspielraum. Neben den "großen" Feldern der Reichs- und Kirchenpolitik sollen aber als Schwerpunkte die Bereiche Territorialpolitik, Wirtschaftspolitik und Familienpolitik betrachtet werden. So stellt sich nämlich die Frage, warum Kuno überhaupt so erfolgreich sein konnte. War er einfach nur innovativ? Oder finden sich eventuell in seinem Werdegang Hinweise, die ein hohes Verwaltungsgeschick begründen könnten? Hatte er vielleicht eine universitäre Ausbildung? Oder gab es noch andere begünstigende Faktoren oder Umwelteinflüsse? Es schließt sich auch die Fragestellung nach seinem Berufsverständnis als Erzbischof an. Während andere geistliche Würdenträger ihr Amt hauptsächlich dafür nutzten, ihre eigenen Familien auf Kosten der Kirche zu bereichern, betrieb Kuno von Falkenstein in erster Linie eine Politik der Widerherstellung von Kircheneigentum und Stärkung der territorialen Stellung der ihm überantworteten Bistümer, ohne allerdings die Interessen seiner Familie zu vergessen. Was war also die Zielsetzung für Kunos Politik und woher bezog er die Wertmaßstäbe für sein Handeln? Welche Interessenschwerpunkte setzte er sich und welche Personen und Gruppen gehörten aus welchen Gründen zu seinen Helfern oder Gegnern? Auch die Frage inwiefern Kuno an seine Vorgänger Balduin und Boemund II. anknüpfen konnte, oder worin sich sein Agieren von seinen Vorgängern unterschied, soll in dieser Arbeit untersucht werden. Ein weiterer Aspekt ist, wie sich sein problematisches Verhältnis zu den wirtschaftlich und politisch an Bedeutung gewinnenden Städten entwickelte, denen gegenüber er zum Teil auch Niederlagen einstecken mußte. Im wirtschaftspolitischen Bereich ist im einzelnen zu klären, mit welchen Mitteln Kuno die ihm überantworteten, finanziell meist desolaten Bistümer erfolgreich sanieren konnte. Gab es hierfür vorbildhafte Prozesse, an denen Kuno sich orientieren konnte, oder entwickelte er neue, bis dato noch nicht eingesetzte Maßnahmen? Erst mit der hinreichenden Beantwortung dieser und weiterer Fragen auf der Basis einer methodisch begründeten Untersuchung kann die Bedeutung des Trierer Erzbischofs Kuno in seiner Zeit sicher beurteilt werden, so daß die Arbeit durch ihre zukünftige Einbringung in einen Vergleich, der vielleicht später zu einer systematischen Untersuchung des Veränderungsprozesses im 14. Jahrhundert führen könnte, auch eine Anschlußfähigkeit erreichen kann, die über das offensichtlich Biographische hinausgeht.

 

  

ANDREAS POPESCU M.A.

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Dissertationsthema: Römer und Franken im Rheinland. Identität in der Zeit der Völkerwanderung

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Das Forschungsvorhaben wird sich mit der Zeit der so genannten „Völkerwanderung“ in der Grenzregion Rheinland beschäftigen. Dabei sollen die übergreifenden Fragen von Kontinuität oder Bruch der politischen, kulturellen oder wirtschaftlichen Zustände zwischen Spätantike und Frühmittelalter untersucht werden. Aus methodischen Gründen werden die Vorteile der landesgeschichtlichen Perspektive auf den europäischen Prozess der Völkerwanderung nutzbar gemacht: Mit der Untersuchung eines „mittelgroßen“ Raumes, wie dem Rheinland, können auch kleinere Quellengruppen fruchtbar gemacht werden, wodurch eine möglichst dichte Beschreibung der Zeit des Epochenwechsels angestrebt wird. Archäologische Erkenntnisse spielen in diesem Zusammenhang eine hervorgehobene Rolle. Bei der Betrachtung des Übergangs von Spätantike zu Frühmittelalter im Rheinland wird das Thema „Identität“ einen Schwerpunkt der Arbeit bilden. Es soll untersucht werden, in wie fern sich die Identitäten politischer und sozialer Gruppen durch Kulturtransfer, Akkulturation oder Integration verschoben haben – wie aus den ansässigen „Römern“ prozessual „Franken“ wurden.

 

SUSANNE SCHINK M.A.

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Dissertationsthema: Weiblicher Widerstand gegen das NS-Regime im Rheinland

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Seit den Anfängen der Frauenbewegung nimmt die Wahrnehmung von Frauen und ihrer Geschichte als eigenständiger Untersuchungsgegenstand immer mehr zu. Auch innerhalb der Forschung zur Zeit des Nationalsozialismus rücken sie immer stärker in den Fokus der Betrachtung. Mittlerweile gibt es unzählige Darstellungen zu den Frauen, die während der 30er und 40er Jahre in Deutschland lebten. Zunächst wurden diese Frauen vor allem als Wählerinnen Hitlers und Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsregimes wahrgenommen. Untersuchungen zum ersten Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück in Brandenburg und zu den Abteilungen für Frauen wie sie in anderen Konzentrationslagern errichtet wurden schärften den Blick für eine neben den Juden, Homosexuellen und Sinti und Roma weitere Opfergruppe. Und mit den Konzentrationslagern traten auch die Täterinnen ins Blickfeld. Heute werden besonders diese beiden konträren Gruppen in Forschungsbeiträgen und auch innerhalb der populären Darstellung in Büchern, in Film und Fernsehen in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Eine oft immer noch vernachlässigte Gruppe jedoch sind jene Frauen, die sich wie ihre männlichen Mitbürger offen oder im geheimen gegen das NS-Regime stellten. So darf die Forschungslücke zum Thema Frauen und Nationalsozialismus als geschlossen betrachtet werden, während bei dem Thema des weiblichen Widerstandes noch viele Fragen offen bleiben. Zu diesen Fragen zählt die nach spezifisch weiblichen Formen des Widerstandes aber auch deren eigenen Motiven. Um diese eigenen Motiven und Einstellungen der Frauen zum NS-Regime untersuchen zu können soll in einem ersten Schritt die Lebenssituation von Frauen im nationalsozialistischen Deutschland beleuchtet werden. Dazu sollen folgende Aspekte dargestellt werden: das Frauen-, insbesondere das Mutterbild der Nazis, die Rolle der Frauen in der Erwerbsarbeit, sowie die Aufgaben und möglichen Privilegien der Frauen an der Heimatfront. Mit einem Blick auf die nationalsozialistischen Frauenorganisationen sollen die Handlungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, die sich jenen Frauen boten, die auf Seiten des Regimes standen und sich „gleichschalten“ ließen angesprochen werden. Hauptgegenstand der Arbeit sollen aber die Aktionen und Lebensläufe jener Frauen bilden, die sich dem Regime auf die eine oder andere Art entgegenstellten. In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, was diese Frauen dazu brachte sich dem Regime entgegenzustellen und welche ihrer Situation und ihrer Stellung eigenen Methoden und Möglichkeiten sie dabei anwenden konnten.
Einen weiteren Schwerpunkt soll die Frage nach den biografischen Umbrüchen bilden, die die Machtübernahme der Nationalsozialisten und deren Ende 1945 für die betroffenen Frauen darstellte. Diese sollen anhand von autobiographischen Zeugnissen untersucht werden. Neben der Selbstdarstellung soll auch die Reaktion der Mitmenschen und der Öffentlichkeit der noch jungen Bundesrepublik analysiert werden. Der zeitliche Rahmen der Arbeit wird somit über das Ende des Zweiten Weltkriegs hinaus ausgedehnt. Dies bietet die Gelegenheit den gesamten Lebensweg der Akteurinnen des Widerstandes in die Untersuchung mit einfließen zu lassen und ihr Widerstehen, sowie ihre Motive innerhalb ihrer Biographie besser einordnen zu können. Darüber hinaus können in der Gesamtschau der Lebensbiographie beides, Motive und Verhalten, besser bewertet werden. Schließlich soll durch eine vergleichende Analyse der verschiedenen Widerstandsmilieus und Formen ein differenzierteres Bild des Widerstandes gegen das NS-Regime gezeichnet werden. Eine räumliche Begrenzung auf ausgesuchte Städte des Rheinlandes soll einen konzentrierten Blick nicht nur aus weiblicher Perspektive auf den Widerstand ermöglichen. Die Untersuchung spezifisch weiblicher Widerstandsformen mag eine Modifizierung oder Erweiterung des Widerstandsbegriffes ermöglichen, der den Möglichkeiten und Grenzen weiblichen Widerstandshandlungen gerechter wird als bisherige Versuche einen für alle Gruppen adäquaten Widerstandsbegriff zu finden.

 
 

Katharina Simon M.A.

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Dissertationsthema: Der Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden und das Reich.

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Der Kölner Erzbischof gehörte im Mittelalter als einer der sieben Kurfürsten zu den wichtigsten Gliedern des Reiches. Am Beispiel des Kölner Erzbischofs Friedrich von Saarwerden (1370-1414) soll untersucht werden, wie sich „Reichspolitik“ im späten Mittelalter gestalten konnte. Hatte der Kölner Erzbischof bei all seinen politischen Aktionen das Wohl des Reiches vor Augen oder handelte er vornehmlich aus eigenem territorialpolitischen Interesse? Lag ihm etwas an der Einflussnahme auf die Reichspolitik, zu der er durch seine Stellung als Kurfürst durchaus in der Lage gewesen wäre?
Eine der wichtigsten und prestigeträchtigsten Aufgaben der Kurfürsten war die Wahl des Römischen Königs. Doch der Kontakt zwischen dem Reichsoberhaupt und seinen Kurfürsten bestand nicht nur im Umfeld der Königswahlen, sondern war mehr oder weniger konstant. Daher sollen zwar die Königswahlen 1376, 1400, 1410/11 sowie die Königsabsetzung 1400 im Vordergrund stehen, aber auch andere Aspekte des Kontakts zwischen Kölner Erzbischof und Reich, etwa das Große Abendländische Schisma und das Verhältnis zu den Kurkollegen, werden nicht außer Acht gelassen.
 

 

Florian Sommer M.A.

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Dissertationsthema: Die Kölner Erzbischöfe und Westfalen 1180 bis 1368

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Die Erzbischöfe von Köln gehörten zu den mächtigsten Fürsten des Reiches. Auf regionaler Ebene verfügten sie ebenfalls über besonderen Einfluss und waren sehr gut vernetzt. Seit der Zeit der Ottonen waren die Erzbischöfe Herzöge im linksrheinischen Gebiet (Herzogtum Niederlothringen bzw. Rheinisches Herzogtum). Auch rechts des Rheins entfalteten die Kölner Erzbischöfe bereits im 10. und 11. Jahrhundert an strategisch wichtigen Orten weltliche Macht. Im Zentrum des Dissertationsprojektes steht die Frage, wie die Kölner Erzbischöfe ihre Position in Westfalen systematisch ausbauten und weiter entwickelten, welche Methoden und Instrumente sie dazu anwandten und welche Schwerpunkte einzelne Amtsträger dabei vor dem jeweiligen historischen Kontext setzten. Als Startpunkt bietet sich dazu die Verleihung des Herzogtums Westfalen an Erzbischof Philipp von Heinsberg durch Kaiser Friedrich I. im Jahr 1180 an (Gelnhäuser Urkunde). Das Ende des Untersuchungszeitraums soll der Erwerb der lange Zeit mit den erzbischöflich-herzoglichen Interessen konkurrierenden Grafschaft Arnsberg durch Kurköln im Jahr 1368 markieren. Um das Vorgehen der Erzbischof-Herzöge über 180 Jahre hinweg zu analysieren, wird als grundlegende Methode der Vergleich genutzt. Alle untersuchten Protagonisten erfüllen qua Amt definierte Funktionen (z.B. geistlicher Oberhirte, Verantwortlicher für das Kirchengut, Gerichtsherr, Herzog etc.). Die Ausfüllung dieser Aufgabenbereiche kann dann anhand bestimmter Kriterien (z.B. Klostergründungen, Lehnspolitik, Burgenbau, Städte, Verwaltung, Landfrieden etc.), ausgewertet werden. Welche Entwicklungen und welchen Wandel die Kölner Westfalenpolitik erfahren hat und wie sich die Position des Kölner Erzbischof-Herzogs dort verändert hat, soll so deutlich werden.

 

 

Till Taxis M.A.

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Dissertationsthema: Untersuchungen zu König Adolf von Nassau (1292-1298). Eine Studie zu innenpolitischen und außenpolitischen Zwängen in der Herrschaftsausübung eines deutschen Königs im Machtgefüge der Kurfürsten.

Kurzbeschreibung des Vorhabens: Die Herrschaft des Adolf von Nassau wird immer noch als kurzes unbedeutendes Zwischenspiel in der Zeit der Deutschen Könige und Kaiser angesehen; erste wissenschaftliche Untersuchungen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert prägten das negative Image, das Adolf von Nassau immer noch umgibt: Betrug, Bestechlichkeit, Vertragsbruch sowie Marionette der rheinischen Kurfürsten gewesen zu sein. Im ersten Teil des Dissertationsvorhabens soll ergründet werden, wie dieser einfache Landgraf zum rex Romanorum aufsteigen konnte. Weshalb gelangte er in den Focus des Kölner Kurfürsten und welche Hoffnungen verband Siegfried von Westerburg mit der Kür des Nassauers? Welche Auswirkungen hat die Wahl auf das Verfassungsgefüge im Reich? Wie gelang es Adolf eine eigene Hausmacht aufzubauen und die- von den Kurfürsten dem Königtum abgerungenen- Prärogativen wiederzugewinnen? Im zweiten Teil werden Adolfs diplomatische Beziehungen zum benachbarten englischen Königshaus untersucht. Welche Auswirkungen haben die vertraglichen Bindungen mit Edward I. und dessen Subsidienpolitik auf die Innenpolitik des Reiches? Im dritten Teil werden die Gründe für das Scheitern des Königtums Adolf von Nassau näher untersucht. Wie kam es zur Absetzung ohne päpstliche Zustimmung? Wie verhält sich der Papst? Welche Rolle nahmen die rheinischen Kurfürsten ein? Ziel dieses Vorhabens ist es, die Herrschaft Adolf von Nassaus in einem neuen Kontext zu betrachten und dazu beizutragen, das negative Image dieses Herrschers zu revidieren.

 

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