Sie sind hier: Startseite Forschung Habilitationen / Dissertationen Laufende Habilitationsprojekte

Laufende Habilitationsprojekte

Laufende Habilitationen

 

Dr. Dorothée Goetze

Integrationsprozesse im Ostseeraum (15.-18. Jahrhundert)

„Integration […] meint“, laut Bernhard Peters, „gewisse qualitativ bestimmte Formen von Ordnung und Strukturiertheit.“ Zustände defizitärer Ordnung können mit den Begriffen Desintegration oder Desorganisation gefasst werden. Das impliziert, dass Integration nichts Statisches ist, sondern prozesshaft, da sich Ordnungen verändern können. Gelingt Integration, kann sie als Lösung für drei zentrale Problemfelder differenzierter Kulturen funktionieren:

  1. Orientierung in der Welt
  2. Ausbildung und Stiftung individueller und kollektiver Identitäten
  3. Interessenskonflikte

Dabei lassen sich verschiedene Formen unterscheiden: politische, ökonomische, kulturelle, systemische und solidarische Integration. Diese untersucht das Projekt in mehreren Fallstudien, die den Zeitraum vom 15. bis 18. Jahrhundert umfassen, für den Ostseeraum. Diese Region war in der Frühen Neuzeit großen Veränderungen unterworfen (Ende des Ordensstaats und der Kalmarer Union, Niedergang der Hanse, Aufstieg Schwedens und Russlands zu europäischen Großmächte, Reichsstandschaften zahlreicher Ostseeanrainer, um nur wenige Schlagworte zu nennen), sodass immer wieder neu Ordnungen ausgehandelt und die benannten Probleme gelöst werden mussten. Unterschiedliche Integrations- und Desintegrationsformen dürften hier also besonders deutlich werden. Gegenstand der Fallstudien sind die Eheprojekte Gustav Vasas und seiner Kinder, die politisch-administrative Integration der Ostseeinseln im langen 17. Jahrhundert, die Beendigung des Großen Nordischen Krieges und das Auftreten der Ostseeanrainer auf dem Immerwährenden Reichstag im 18. Jahrhundert sowie die Beschreibung und Konstituierung des Ostseeraumes in Reiseberichten.

 

Dr. Peter Arnold Heuser

Diplomaten als politische Publizisten. Druckmedien als Instrumente französischer Politik im Umfeld des Westfälischen Friedenskongresses 1643-1649.

Im „Mediensystem der politischen Publizistik“ (Arndt/Körber 2010, S. 6), das sich in der Frühen Neuzeit entfaltete, waren europäische Politiker und Diplomaten, die im Umfeld des Westfälischen Friedenskongresses (1643-1649) aktiv waren, keineswegs allein „systemfremde Interessenten“ (ebd., S. 7), sondern waren als Teil dieses Mediensystems auch publizistische Akteure von Gewicht.

Die Kongressakten, vor allem die Korrespondenzen, die das Akademienprojekt der Acta Pacis Westphalicae in jahrzehntelanger Grundlagenforschung zusammengetragen und in Auswahl ediert hat, dokumentieren einen facettenreichen Metadiskurs, den politisch-diplomatische Akteure im Umfeld des Friedenskongresses über Angelegenheiten politischer Druckpublizistik führten, und informieren über Praktiken kongressbegleitender politischer Publizistik im jungen Druckmedium der periodischen Zeitung (Teil I) sowie im Medium der Flugschrift (Teil II). Die akteurszentrierte, perspektivische Untersuchung auf Basis der französischen Regierungs- und Kongressakten, die Hauptergebnisse eines am Zentrum für historische Friedensforschung der Universität Bonn angesiedelten DFG-Projektes präsentiert (s. http://www.paheuser.de/DFG-Projekt), erschließt Praktiken und den Stellenwert politischer Publizistik im Umfeld des Westfälischen Friedenskongresses.

 

Dr. Thomas Klemmer:

Das Provisorium Bonn. Als die Politik an den Rhein kam - Regionale und kulturhistorische Bedeutung der Hauptstadtwerdung Bonns nach 1945

Projektbeschreibung

 

Abgeschlossene Habilitationen

 

Dr. Andreas Rutz:

Die Beschreibung des Raums. Territoriale Grenzziehungen im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation

Andreas Rutz: Die Beschreibung des Raums. Territoriale Grenzziehungen im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, Bonn 2014. 494 S. [Habilitationsschrift (masch.)]. 

Projektbeschreibung

Artikelaktionen